Was tun mit den Leser-Kommentaren auf taz.de? Derzeit werden die gröbsten persönlichen Beleidigungen und verfassungsfeindlichen Aufrufe gelöscht. Es bleibt aber auch viel stehen. Unsere Leser und auch wir in der taz-Redaktion diskutieren gerade heiß über die Frage, wie wir mit den Kommentaren fortfahen wollen. Hier einer der Leserbriefe:
Ich bin eigentlich ein großer Fan von Kommentarfunktionen, doch leider beobachte ich, dass bei Artikeln über Rechtsextremismus oder Artikeln über den Islam die Kommentarmöglichkeit vermehrt (und offensichtlich gezielt) dafür benutzt wird, um vollkommen gegenläufige Aussagen und Parolen zu publizieren.
Wenn der Inhalt der Kommentare die Meinungen der taz-Leser wiederspiegeln würde, dann wären wohl 80 % der Leser rassistische, xenophobe, fundamentalchristliche Nationalisten. Die tatsächlichen taz-Leser (die ich für deutlich weltoffener halte) sind in den Kommentarspalten der Artikel deutlich unterrepräsentiert. Insofern frage ich mich, ob es von der taz klug ist, genau den Menschen, gegen die sie eigendlich kämpfen möchte, (kämpfen sollte), ein Forum zu bieten. Dass diese Themen diskusionswürdig sind steht auser Frage, aber ob all diese, offensichtlich sehr fragwürdigen, Kommentare von der taz wirklich kommentarlos weitergegeben werden sollten, ist in meinen Augen fragwürdig.
Hier einige Argumente, die von Lesern und taz-Redakteuren angebracht werden:
- Es gibt Webseiten, die von Islamhassern betrieben werden, und die auf taz-Artikel verlinken. Deren Leser kommen dann, um ihren Müll bei uns abzuladen. Das sind rechte Leserbriefschreiberkampagnen, die mit den Debatten, wie sie unter taz-Lesern geführt werden, nichts zu tun haben. Die taz sollte solchen Leuten kein Forum bieten.
- Opfer von Gewalttaten, über die wir berichten und die dann in unseren Kommentaren auf übelste Weise beschimpft und beleidigt werden, werden so noch einmal zu Opfern gemacht.
- Das Maß der Beleidigungen und Unterstellungen ist in vielen Fällen menschenverachtend.
- Die derzeitige Handhabung ist gut für das Image der taz. Im Gegensatz zu vielen anderen Medien ist auf taz.de noch eine recht ungefilterte Diskussion möglich, das schätzen viele Online-Leser.
- Wenn die Kommentare stärker betreut werden sollen, müssen sich mehr Leute darum kümmern. Es fehlen dann also Ressourcen an anderer Stelle - unsere Berichterstattung wird schlechter.
- Auf manchen Kommentarseiten entwickelt sich eine gar nicht so blöde Binnendiskussion. Da kommt dann etwa als Antwort auf einen rechtsextremen Kommentar, ob die Faschos denn keine eigenen Zeitungen hätten, in denen sie sich austoben können.
- Gustave Flaubert hat einmal gesagt, er sei gegen die Einführung der Eisenbahn, weil sie es noch mehr Leuten gestatte, zusammenzukommen und zusammen dumm zu sein. Womit alles wesentliche zum Internet (und erst recht zu all seinen Mitmachfunktionen) gesagt ist.
- Wirklich kontrollierbar ist das ohnehin nicht. So ist es halt im Netz, es gibt da Schrott genauso wie Edelmetall. Das ist auch gut so, die Online-Leser sind es auch so gewohnt.
- Wenn die Kommentarfunktion noch nutzerfreundlicher wäre, wäre die Debatte dort ausgewogener. Wer einen Artikel liest, muss erst einen zusätzlichen Klick machen, um überhaupt auf die Seite mit den Kommentaren zu dem Artikel zu kommen. Damit hält man Freaks und Islamhasser und Neonazis nicht ab - aber vielleicht manchen mehr dem taz-Durchschnitt entsprechenden Leser. Der kommt von sich aus nicht auf die Idee, einmal auf die Kommentarseite zu schauen und dann dagegenzuhalten, wenn ihm dort etwas nicht gefällt.
- Man könnte Lesern die Möglichkeit geben, Kommentare zu bewerten, und ihnen dann auch die Option bieten, schlecht bewertete Kommentare ab einem gewissen Schwellenwert einfach auszublenden.
- Viele Kommentare sind vielleicht auch so laut und schrill, weil sich darin eine eigene gefühlte Ohnmacht gegenüber Massenmedien ausdrückt. Das Gefühl entlädt sich dann über die Kommentarfunktion. Wer dieses Ventil schließt, erhöht nur den Druck.
- Mit den Online-Kommentaren ist es wie beim Fernsehrogramm: Wer es nicht sehen will, muss es ja nicht angucken.
- Es sollte nicht der Job der taz sein, die Grenzen der Meinungsfreiheit selbst zu definieren.
- So eine Filterung führt erst dazu, dass die gelöschten Beiträge besonders wichtig erscheinen.
- Die Kommentare geben der Redaktion wichtige Anhaltspunkte, auf was die Leser reagieren und auf was nicht. Die taz ist gerade dann stark, wenn sie Emotionen wecken kann und Leute erregt.
Jetzt interessiert uns natürlich auch Ihre Meinung: Was sollten wir machen?
Robert says:
Ich bilde mir keine Meinung über ein Thema anhand von Kommentaren. Solange die TAZ keine rassistischen Artikel schreibt, ist es doch egal ob 100 Nazis den Artikel kommentieren. Solange der Inhalt nicht rechtsextrem ist, ist alles ok.
Ausserdem gibt es auch in den Kommentaren selbst kritische Gegenstimmen.
August 28th, 2009 at 00:10
Daniel says:
Meines Erachtens ist es grundsätzlich problematisch, Meinungen ‘auszublenden’, nur weil sie einem nicht passen. Dadurch gibt es sie nicht weniger.
Zudem: Wenn Faschos und Islamhasser auf die taz verlinken - ja halleluja! - vielleicht liest ja mal einer einen Artikel. Dafür nehm ich gerne auch in Kauf, mal zu erfahren, was in seinem verqueren Denkapparat vorgeht. Entlarvt sich meistens ohnehin selbst. Und die taz Leserschaft gehört tendenziell nicht zu den unkritischsten. Hoffentlich wenigstens.
August 28th, 2009 at 09:07
Ali says:
Wieso Hallelujah? Denkst du, dass die sich von taz-Artikeln einlullen lassen? Das ist für die doch nur die “Systempresse”, die immer lügt. Das ist dann auch der Grund, warum Artikel mit den allerübelsten Kommentaren zugemüllt werden. Man will die eigene Wahrheit an den Mann bringen.
August 28th, 2009 at 10:06
Andi says:
Am besten finde ich ja diesen Kommentar, der wohl von der Online-Redation der TAZ selber ist:
“Wenn die Kommentare stärker betreut werden sollen, müssen sich mehr Leute darum kümmern. Es fehlen dann also Ressourcen an anderer Stelle - unsere Berichterstattung wird schlechter.”
Dass man auch Mitarbeiter einstellen und nicht nur feuern kann, hat man wohl vergessen, oder?
August 28th, 2009 at 10:14
The Stonemender says:
@Andi,
wir reden hier über die TAZ die seit ihrem Bestehen eigentlich immer irgendwie in finanziellen Schwierigkeiten steckte. Ich kann mich noch gut an die Abo-Kampagnen in der Titanic erinnern.
Insofern ist das mit dem Einstellen zusätzlicher Leute nicht ganz trivial.
August 28th, 2009 at 10:40
Anne says:
Bitte unbedingt beibehalten. Auch wenn es an einigen Stellen Tröten gibt, so ist es bei der TAZ doch immer beruhigend, dass diese auch Widerspruch erhalten und die sich manchmal entwickelnden Diskussionen sind durchaus anregend, weil zusätzliche Aspekte hinzukommen oder der Artikel anders wahrgenommen wurde.
August 28th, 2009 at 10:50
Andi says:
Klar ist es nicht trivial, aber so zutun, als existiere diese Möglichkeit überhaupt nicht, halte ich für falsch. Man sollte das schon in seine Überlegungen miteinbeziehen, und erörtern, wie man das bewerkstelligen könnte. Und sei es nur, ein paar Praktikanten einzustellen, die sich darum kümmern.
Abgesehen davon bin ich gegen ein Löschen / Filtern von Kommentaren. Aber ein Bewerten von Kommentaren durch andere Leser halte ich für gut. Dann würde sich das von selbst regulieren. Und zwar ganz ohne Einstellen von neuen Leuten.
August 28th, 2009 at 11:05
Giorgio Girardet says:
Als Schweizer bin ich ein Freund des freien Wortes. In der Schweiz beobachte ich folgendes. “Das Magazin” hatte eine hochstehende Seite aufgeschaltet, mit dem Anspruch “auf Augenhöhe” mit der Leserschaft zu interagieren, ja sogar den print-content zu “verbessern” durch “feed-back”. Der Chef liess sich in Kommentar-battles involvieren und verlor ziemlich schnell den Glauben an “citizicen journalism”. Das “Newsnetz” des “Tages-Anzeigers” schaltet die Kommentare frei: oft werden auch “moderate” Voten nicht aufgeschaltet, wenn sie dem “groove” (Interessen der Tamedia) widersprechen. 400 Zeichen sind wenig. 1000 Zeichen darf man bei der NZZ kommentieren, die eine interessante communitiy (auch Politiker geben sich die Ehre) hat. Unbeschränkt und unmoderiert (?) ist es bei der Weltwoche. “Wochenzeitung” verzichtet auf online-community. Wenn ich raten darf: behaltet es so wie es ist. Vertraut der Aufklärung und Vernunft wie in der Schweiz die “Weltwoche”.
August 28th, 2009 at 11:16
S. Heiser says:
@Andi: Na klar kann man auch neue Leute einstellen, die sich um die Löschung von Kommentaren kümmern. Aber das Einstellen alleine reicht nicht – die taz-Beschäftigten wollen ja auch bezahlt werden. Und das Geld für das zusätzliche Gehalt muss irgendwo wieder reinkommen. Dazu gibt es im Prinzip folgende Möglichkeiten: 1. Wir finden noch mehr Leute, die der taz ihr Geld geben, damit die taz ihr wachsendes Defizit weiter ausgleichen kann. 2. Wir kürzen Kosten an anderer Stelle oder 3. wir erhöhen unsere Einnahmen.
Zunächst einmal zur finanziellen Situation der taz: Im Jahr 2006 hatten wir einen Verlust von 324.000 Euro gemacht, er erhöhte sich im Jahr 2007 auf 347.000 Euro und im Jahr 2008 waren es dann schon 384.000 Euro. Der Verlust wird bisher durch die taz-Genossenschaft ausgeglichen (also durch Leser, die die taz so toll finden, dass sie ihr zusätzlich mindestens 500 Euro überweisen). Wir würden uns freuen, wenn in Zukunft noch deutlich mehr Leute der Genossenschaft beitreten. Unser Verlust kann aber im Grundsatz nicht stärker steigen als die Summen, die die Leser in die Genossenschaft einbringen …
Zweitens könnte die taz an anderer Stelle sparen. Und das geschieht auch schon – so verdienen die taz-Redakteure viel weniger als im Tarifvertrag vorgesehen. Ich zum Beispiel habe ein Bruttoeinkommen von monatlich 1.964 Euro. Laut Tarifvertrag müssten es 3.412 Euro sein. Vorgesehen ist außerdem, dass 13,75 Monatsgehälter pro Jahr gezahlt werden, bei der taz sind es nur 12. Die taz zahlt ihren Redakteuren also nur ziemlich genau die Hälfte dessen, was eigentlich vorgesehen ist. Das Gehalt noch weiter zu kürzen, um damit zusätzliche Mitarbeiter anzustellen, fände ich nicht richtig (aber als taz-Redakteur und somit als Betroffener kann ich das natürlich nicht ganz unvoreingenommen bewerten).
Drittens könnten wir zusätzlichen Ausgaben durch die stärkere Moderation der Kommentare ausgleichen, indem wir zusätzliche Einnahmen machen. Aber wie soll das gehen? Sollen wir von unseren Lesern Geld verlangen, wenn die einen Kommentar schreiben wollen? Sollen wir den Zugriff auf taz.de kostenpflichtig machen? Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Ich denke, wir würden dadurch eher Leser verlieren und taz.de ziemlich unattraktiv machen.
Außerdem schlägst Du vor, zusätzliche Praktikanten einzustellen und die damit zu beschäftigen, die Kommentare zu moderieren. Dagegen spricht, dass unsere Praktikanten hier auch unsere Berichterstattung begleiten, dabei mitmachen und so etwas über Recherche und das Artikelschreiben lernen sollen.
Im Ergebnis habe ich auch keine Lösung, wie man die zusätzlichen Ausgaben für weitere Angestellte schultern sollte - aber vielleicht helfen diese Informationen bei der weiteren Debatte.
August 28th, 2009 at 11:22
Sevil says:
die Kommentare zu einem Artikel sollten immer gleich zu sehen sein, zur Not aufklappbar, aber nie auf einer extra Seite. Ist einfach zu mühsam :-)
August 28th, 2009 at 11:29
jc says:
Liebe Leute,
seit wann ist das internet denn ein rechtsfreier raum? grobe beleidigung, verfassungsfeindliche äusserungen, sowas ist nicht einfach zu löschen sondern anzuzeigen.
finde das gefährlich leute mit solchen einstellungen einfach auszublenden statt entsprechend den gesetzen dieser gesellschaft zu reagiern.
mit der freien meinungsäusserung von menschen und trollen jedoch kann ich gut leben, ein ausblenden quasidemokratisch führt nur zur langeweile.
ein markieren geistreicher kommentare erhöht hin und wieder die lesbarkeit…
August 28th, 2009 at 11:42
seven says:
Was spricht dagegen, die Kommentare von den Lesern bewerten zu lassen? Ich finde diese Lösung z.B. bei Heise.de gut. Wobei es auch dort oft Diskussionen über die Bewertungen gibt…
August 28th, 2009 at 11:44
S. Heiser says:
@jc: Es geht auch nicht um Leute, die formal einen Straftatbestand erfüllen. Ein Beispiel: Die taz berichtet darüber, dass ein Neonazi einen Muslimen beleidigt und zusammengeschlagen hat. Dazu gibt es dann viele Kommentare mit folgender Richtung: Die Muslime sollen sich eine Arbeit suchen und sich integrieren, sie sollen Deutsch lernen und die christlichen Werte annehmen, sie sollen zurück in die Türkei, sie nutzen unsere Sozialsysteme aus, die sollen sich mal richtig waschen, die sollen in ihren Ländern erst mal so eine Demokratie einrichten wie es sie in Deutschland gibt und wer weiß, ob das Opfer nicht die Täter zuerst provoziert hat, viele Muslime würden sich zunehmend nicht an die Gepflogenheiten halten, sie würden Deutsche anpöbeln und so weiter und so fort. Das ist ekelhaft, aber nicht strafbar - und um solche Kommentare geht es.
August 28th, 2009 at 11:55
Andi says:
Hallo S. Heiser,
ok, ich muss zugeben, dass ich mit der finanziellen Situation der TAZ nicht so ganz vertraut war.
Mich ist halt nur aufgefallen, dass der Ursprungskommentar so geschrieben war, als wäre es in der heutigen Zeit generell undenkbar, irgendwo Mitarbeiter einzustellen, jetzt wo überall nur abgebaut wird. Aber vielleicht habe ich in diesen Kommentar auch zu viel reininterpretiert.
Vielen Dank daher für deine Informationen und deine Sicht der Dinge, die bestimmt für andere auch interessant ist und bestimmt auch für die weitere Diskussion zweckdienlich sein kann.
Ganz abgesehen davon halte ich (wie ich bereits geschrieben habe) eine zu starke Regulierung durch die Redaktion für keine gute Lösung. Es kostet die Redaktion Geld und Zeit und sorgt im Gegenzug für keine gute Publicity, wenn sich rumspricht, dass unerwünschte Kommentare gelöscht werden. Ganz abgesehen davon, bin ich ebenfalls dagegen, dass eine Redaktion selbst versucht, “die Grenzen der Meinungsfreiheit selber zu definieren” (Zitat aus einem anderem Ursprungskommentar).
Daher halte ich auch eine Bewertung der Kommentare durch die Leser wie bei Heise sehr sinnvoll. Übrigens: Ich halte es für sehr unübersichtlich, alle Kommentare untereinander aufzulisten. Da ist eine Baumstruktur (wie eben auch Heise.de) sehr viel übersichtlicher. Denn da kann man gezielt auf andere Kommentare eingehen bzw. die Reaktionen anderer auf einen kontroversen Kommentar einsehen.
Ich frage mich, warum die Baumstruktur fast nirgendwo vorkommt.
August 28th, 2009 at 12:07
Elias Schmitt says:
Wer den Diskurs scheut hat schon von Anfang an verloren. Verbotsdebatte, jetzt Zensurdebatte?
Die oben angesprochene Dummheit verschwindet ja nicht, dadurch dass man zensiert oder verbietet. Und was können Rechtsextreme und Forenislamisten hier bei der taz erreichen?
Ich hoffe sie stoßen hier auf offene Augen, Ruhe und Geduld, die uns taz-Lesern dabei helfen argumentativ gegen Dummheit vorzugehen. Das trägt meiner Meinung mehr dazu bei den ein oder anderen “Dummen” zum Denken anzuregen, als andersherum.
Zu den Beleidigungen und Verleumdungen. Ich weiß nicht in wieweit solche Nutzer ihr Internet anonymisieren, aber da ja die Möglichkeit besteht bei jedem Eintrag die IP-Adresse zu speichern, könnte man das zur Anzeige bringen. Filesharer wissen wie schnell das gehen kann. Warum soll das nicht auch bei Forennutzern funktionieren? Ich hoffe natürlich auch, dass es ausreicht den Beitrag zu editieren mit der feinen Ansage “Dieser Kommentar wurde zur Anzeige gebracht” und er auf der Seite verbleibt. Einerseits zur Diskussion und andererseits, um endlich zu zeigen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist. Hier wurde völlig überstürzt ein Gesetz eingeführt, welches den Forenbetreiber in die Pflicht nimmt, nicht aber denjenigen der seine Meinung(oder Beschimpfung, rassistische Äußerung etc) verbreitet. Außerhalb des Inernets würde also der Wirt verklagt, weil in seinem Haus ein Hetzaufruf stattfindet. Wenn er sie aber herauswirft, statt sie anzuzeigen, wird er nicht weiter verfolgt. Das ist die oft geforderte Zivilcourage verpackt in ein Gesetz.
Dass sich etwas ändern muss in Bezug auf Internet Themen ist jetzt vielleicht schon mehreren aufgefallen. Dass die großen Parteien darauf keine Antwort haben auch.
PS: Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen.
August 28th, 2009 at 12:46
Andre says:
Bewerten geht ja wohl aber auch in beide Richtungen, wer sagt denn, dass so nicht genau die von S. Heiser angesprochenen Kommentare stehen bleiben, sinnvolle und geistreiche aber verschwinden? Das provoziert nur noch mehr einen Meinungskrieg, der sich dann neben posts auch in Abstimmungen niederschlägt.
Ich glaube somit nicht, dass dieses Instrument wirkungsvoll wäre.
August 28th, 2009 at 13:31
Marti says:
Ich finde eine freie Diskussion ist sehr wichtig und wertvoll. Wenn Leute dumme Kommentare abgeben, disqualifizieren sie sich damit selbst, wenn Kommentare intelligent sind, aber als rechts empfunden werden, sollte man sich mit solchen Meinungen auseinandersetzen.
Gerade was das Thema Islam angeht, wird mittlerweile in den Medien immer mehr versucht eine ganz bestimmte Sichtweise, die viele reale Probleme auklammert, durchzusetzen.
Wenn man bestimmte, islamkritische Sichtweisen weglöscht, födert man langfristig eine Entwicklung wie sie im Moment in den Niederlanden sattfindet: Wenn bestimmte Meinungen im öffentlichen Diskurs lange unterdrückt wurden, kommt irgendwann einer wie Geert Wilders um genau das zu artikulieren und wird gewählt.
August 28th, 2009 at 13:55
Demokrat says:
Die von Ihnen angeführten Kommentare werden eher kommen, wenn die Gewalt von Ausländern ausgeht. Das kommt bedauerlicherweise auch viel häufiger vor.
Aber genau wer eine solche Tatsache äussert, soll ja Ihrer Meinung nach wegzensiert werden. Bloss keine Diskussion, Schublade auf -> Nazi, Freak, islamophob.
Ende.
In einer Sache gehe ich allerdings konform:
Wer Hetze betreibt, sich verfassungswidrig äussert, beleidigt und bedroht, hat in einer solchen Diskussion nichts zu suchen.
Allerdings pauschal schon wegen des Kommentarinhaltes zu zensieren -> NEIN!
Eine Demokratie muss links und rechts aushalten können, und zwar in der von ihr vorgegebenen Rahmen.
August 28th, 2009 at 17:32
Lars says:
@Andre: Bewertung ist nett, wird aber eher dafür sorgen, dass die schlechten Artikel noch mehr Aufmerksamkeit erhalten. Wie das geht? Rassistischen Kommentar hinterlassen und dann eine Mail an die Mailingliste, alle Freunde, wen auch immer mit der Bitte den Kommentar positiv zu bewerten (gleich mit Link). Binnen Minuten ist der Artikel der am besten bewertete überhaupt. Gegen (gut) organisierte Netzwerke hat die ‘Gelegenheitsleserschaft’ keine Chance. Trotzdem sollte das die taz nicht davon abhalten, weiter freie Kommentare zuzulassen (Franklin, freedom, security, deserve neither, loose both).
August 28th, 2009 at 18:06
Amo says:
etwa so :natürlich ist obama ein muslim kommunist denn ich habe das im internet gelesen. ^^
(satire)
August 28th, 2009 at 21:40
Fjordspringer says:
Liebe/r S. Heiser,
ich möchte mich der Ansicht von Elias Schmitt anschließen. Den Diskurs zu scheuen heißt, den Anderen das Feld zu überlassen. Ich glaube nicht, dass Sie das wollen.
Man kann diese Meinungen nicht unterdrücken, „wegsperren“ oder sonst irgendwie aus der Welt schaffen. Sie sind da und sie werden nicht verschwinden, wenn man nicht auf sie reagiert. Das ist ungefähr so, als legten Sie ein lange gereiften Käse nicht in den Kühlschrank, sondern in eine Küchenschublade. Sie können ihn zwar nicht sehen, aber stinken tut es dennoch, irgendwann sogar im ganzen Haus.
Sollten Sie die Metapher mit dem Käse als zu anrüchig empfinden, können Sie auch wahlweise Afrika als Beispiel nehmen, denn der Mechanismus ist der Gleiche.
Das Problem sehe ich darin, dass Sie mit dem Rücken an der Wand stehen. Auf der einen Seite benötigten Sie wirklich gut gebildete und kommunikativ talentierte Moderatoren, die auch zwischen den Zeilen lesen, einen Text interpretieren und angemessen darauf reagieren können. Auf der anderen Seite haben Sie nicht genügend Geld, müssen aber guten Journalismus machen und sind ganz nebenbei gezwungen, eine wahnsinnig schnell vonstatten gehende Metamorphose, nämlich die weg vom Papier und hin zum Internet, zu durchleben. Vielleicht geht es sogar auch kleines bisschen darum, diese Entwicklung überhaupt erstmal zu überstehen. Für mich sieht das aus wie ein Teufelskreis.
Ich glaube die Lösung für das Dilemma, in dem Sie stecken, beginnt an einer ganz anderen Stelle. Die Frage, die man sich stellen muss ist nämlich, was diese spezielle kommunikative Arbeit, für die so viele hochwertige Qualifikationen erforderlich sind, wert ist. Ich bin mir sicher, dass Ihnen diese Arbeit sehr viel Wert wäre, genau so, wie den Lesern der Artikel und denen, die darüber diskutieren. Das Dumme ist nur, das es für Sie nicht bezahlbar ist.
Während das Volk zum wiederholten Male die offensichtlich falschen, aber dafür parteiübergreifenden Versprechungen von der Vollbeschäftigung frisst, werden überall, und nicht nur in Deutschland, Arbeitsplätze abgebaut. Der Arbeitsplatzabbau liegt mitnichten allein an der Krise, denn die geht vorüber und außerdem haben das Krisen so an sich. Das die Arbeitsplätze immer weniger werden ist die Logik des Systems. Das Stichwort heißt Rationalisierung, andere würden es vielleicht auch Fortschritt nennen. Es gibt in Zukunft einfach immer weniger zu tun, jedenfalls dann, wenn man die Welt von Morgen mit den Augen von Heute betrachtet. So wie Politiker zum Beispiel.
Die Politik trägt die Schuld, wenn die Gesellschaft - wiedereinmal - mit Karacho vor die Wand fährt. Auch wenn das Gefährt ein anderes ist, die Effekte werden uns bekannt vorkommen.
All dieses Geplänkel, die hohlen Phrasen, falschen Versprechen und Lügen, seien es die von Merkel, Steinmeier, Schäuble oder v. d. Leyen… Wem fällt da nicht der sprichwörtliche Sack ein, in den man diese Leute gerne mal stecken wollte?
Die Politik ist Protektor derer, die an den derzeitigen Verhältnissen profitieren. Sie hat kein Interesse an Reformen, die diesen Namen auch verdienen und die seit Jahren, wenn nicht schon seit Jahrzehnten, dringend auf den Weg gebracht werden müssten. Die Politik in diesem Land hat schon längst nichts mehr mit den Menschen zu tun, die darin leben. Die Politiker sind Marionetten einiger Reichen und Einflussreichen.
Btw. aber nur für Verschwörungstheoretiker: Diese Leute sind nicht unbekannt. Man muss sie nur an der richtigen Stelle suchen, nämlich in den Vorständen der „Big player“, den Verbänden und Vereinigungen, also dort, wo entweder viel Geld verdient (RWE, E.ON, VW, etc.) oder der Status Quo erhalten wird (BDI, DIHK, etc.).
Kaum eines unserer Probleme findet seine Ursache in einer Gesetzmäßigkeit und es ist ein Trugschluss, dass es keine Lösungen für unsere Probleme gäbe. Das wird uns nur eingeredet und Sie wissen sicherlich, was ich meine.
Wie aber, diese Frage steht ja noch im Raum, ließe sich Ihr Problem mit der Moderation lösen?
Stellen Sie sich vor, es gäbe ein bedingungsloses Grundeinkommen. Stellen Sie sich vor, die Arbeit an den Menschen und für den Menschen bekäme einen Wert. Ich meine so einen richtigen, gesellschaftlich anerkannten Wert.
Die Bildung würde boomen, genau wie die Altenpflege. Die „Journaille“, also Sie und ihresgleichen ;o) , wäre wieder so richtig unabhängig (Sie sind es ja leider nicht, wie Ihre wirtschaftliche Lage zeigt) und die Künste könnten wieder blühen.
Gäbe, bekäme, wäre, könnte, würde…
Und jetzt kommen Sie. Machen sie solche Ideen und Lösungsvorschläge, wie z. B. das bedingungslose Grundeinkommen, bekannt. Suchen sie nach einem Steuermodel für die Zukunft, nach Ideen dafür, wie mit der alternden Bevölkerung auch in 30 Jahren noch ein Staat zu machen ist. Erklären Sie den Menschen die Soziokratie und warum freier Zugang zu Wissen und Information so furchtbar wichtig für alle ist. Reden Sie darüber, durchleuchten Sie und stellen Sie auf den Prüfstand, was das Zeug hält. Das ist Ihr Job. Aber machen Sie Ihren Lesern Kino im Kopf und Lust auf Zukunft.
Dann, und nur dann, werden die doofen Kommentare weniger und die Moderatoren bezahlbar.
Liebe Grüße
Fjordspringer
August 28th, 2009 at 21:58
Hans says:
Eine Bewertung, wie auf wie bei der FAZ, wäre sehr gut. Dort werden die dümmsten Kommentare dann deutlich sichtbar mit einem roten Punkt gekennzeichnet. Es lesen viel mehr “normale” mit und bewerten, so dass Extremisten keine Chance auf gute Bewertung haben.
August 28th, 2009 at 22:25
Andi says:
@Lars:
mhm, also das glaube ich nicht, dass das so einfach geht, rassistische Kommentare zu puschen. Rassisten sind immer noch in der Unterzahl, und auch wenn da jemand versuchen sollte, durch irgendwelche Kumpels Einfluss auf die Bewertung zu nehmen, denke ich, dass die übrigen Leser das locker auffangen können.
Hier wieder Beispiel heise.de: Zwar gibt es hier nicht so kontroverse Artikel wie bei der taz (Politik bietet einfach viel mehr Angriffsfläche, wie IT), aber da sieht man ganz gut, dass sich das alles selbst reguliert.
August 28th, 2009 at 23:25
Eva says:
Ich habe beim “besseren Betreuen” von Kommentaren vor allem ein Problem. Was sind unpassende Kommentare und wer entscheidet, wo zB. rechtsextrem und islamistisch (gibt es eigentlich auch christianistisch?).
Ich denke, dass in einem gewissen Rahmen jeder die Moeglichkeit haben sollte sich zu aeussern. Dass nicht jeder mit jedem einverstanden ist, ist sonnenklar.
Ich bin uebrigens eher durch Zufall auf diesen Artikel gestossen, kenne mich also mit den Postern auf taz nicht ganz so gut aus; allerdings bin ich naiv genug zu glauben, dass auf einen Nazi(oder aehnlich) immer noch genuegend “vernuenftige” taz-leser gibt, um nach aussen hin das richtige Bild zu vermitteln. D.h., dass betreffendem User entsprechend geantwortet wird,
Einen Vorschlag haette ich allerdings noch: Im Moment ist es sehr einfach einen Kommentar abzugeben. Die einzige Information, die abgefragt wird ist “Name” (aber das muss ja dann nicht der richtige sein) und E-mail. Wenn man nun mehr Informationen geben muesste oder sich vielleicht mit taz registrieren muss bevor ein Kommentar abgegeben werden darf wuerde das vielleicht rechts- oder andres extreme vom potsen solcher Inhalte abschrecken.
Vielen dank, fuer die Aufmerksamkeit,
Eva
August 29th, 2009 at 00:01
Andi says:
Hallo Eva,
ich denke nicht, dass eine Registrierung gut ist.
Erstens muss man bei einer Registrierung auch nicht mehr angeben als den Namen und die eMail-Adresse (der Rest kann ja fake sein, sogar der Name. Wichtig ist nur eine funktionierende eMail-Adresse). Das bedeutet: Leute, die rechtsradikalen (oder sonstigen) Schund unbedingt im Web ablassen wollen, wird das nicht abschrecken. Das einzige, was etwas abschreckt, ist der Aufwand, sich anmelden zu müssen. Nicht jedoch die Tatsache, mehr persönliche (und wahre) Dinge über sich preiszugeben.
Und dieser Aufwand, sich anzumelden, schreckt gleichzeitig sehr viele seriöse User ab. Ich diskutiere in sehr vielen Blogs. Darunter sind viele, die ich nicht regelmäßig lese und die ich nur auf Zufall stoße. Und in diesen Blogs würde ich bestimmt nichts schreiben, wenn ich mich jedes Mal dort anmelden müsste. Dies gilt auch für dieses Blog. Hätte ich hier den Aufwand betreiben müssen, mich erst anzumelden, hätte ich hier nicht geschrieben. Ich denke, das geht sehr vielen so.
Das Internet bietet jeher die Möglichkeit, miteinander zu agieren und diskutieren. Dies wird durch das Web 2.0 noch deutlich verstärkt. Das ist eine große Möglichkeit für das Internet und auch eine große Chance für die Menschheit. Die Macht und die Weisheit der Vielen.
Dies sollte man nicht durch eine zu starke Regulierung und durch komplizierte Anmelde-Maßnahmen eindämmen.
Die Angabe des Namens und der eMail-Adresse (ohne feste Registrierung) halte ich dabei für einen sehr guten Kompromiss.
August 29th, 2009 at 01:53
Doris says:
“Derzeit werden die gröbsten persönlichen Beleidigungen und verfassungsfeindlichen Aufrufe gelöscht. Es bleibt aber auch viel stehen.”
Moment einmal.Viele Kommentare werden doch erst gar nicht freigeschaltet.Ich erlebe den Umgang mit taz-Leserkommentaren
schon lange als Zensur.Ich habe in der Vergangenheit Stellung
genommen zu Obama,Afghanistankrieg,9/11,Gaza-Krieg,HRE-Skandal,habe dabei Sachlichkeit gewahrt und niemanden beleidigt.Trotzdem sind viele Kommentare nicht freigeschaltet
worden und daher solltet ihr euch mal Gedanken über
euer Demokratieverständniss machen, das schwer mit Zensur zu vereinbaren ist.
August 29th, 2009 at 09:27
Fjordspringer says:
Hallo Doris,
das ging mir auch so. Ich habe gestern meinen Beitrag geschrieben und …. Pustekuchen, er erschien einfach nicht.
Also habe ich eine Mail an die taz geschrieben, meinen Kommentar gleich mitgeschickt und ein schönes Wochenende gewünscht. Gleich heute morgen hatte ich eine nette Antwortmail, mehrere Links auf taz-Artikel zum Thema und eine Erklärung. Mein Beitrag wurde einfach vom Spam-Filter aussortiert.
Nicht immer ist gleich alles Zensur und nicht immer ist Manipulation im Spiel. Manchmal hilft auch einfach ein kleine Nachfrage.
Probieren Sie es doch mal.
Liebe Grüße
Fjordspringer
August 29th, 2009 at 11:01
Daniel Schulz says:
Hallo Doris und Fjordspringer,
ich bin in der taz Redakteur und kann Ihnen sagen, dass das Nichtveröffentlichen von Kommentaren nichts mit Zensur zu tun hat. Wir haben einfach zu wenig Leute in der Online-Redaktion, weil wir uns mehr nicht leisten können. Von Freitag Abend 20 Uhr bis Sonntag um 10 Uhr ist die Redaktion bsp. nicht besetzt.
In dieser Zeit wird also nichts freigeschaltet.
Dann ist ab um 10 Uhr ein Mitarbeiter da, der sich um die aktuelle Tagesberichterstattung kümmern muss.
Abends ist die Redaktion bis 20 Uhr besetzt und wenn sie besetzt ist, dann mit maximal fünf oder mit Glück auch mal sechs Leuten, Praktikanten inklusive.
Da bleibt nicht viel Spielraum für das Freischalten der Kommentare, die Folge ist eine Konzenrtation auf bestimmte Texte. Derzeit machen das zumeist Praktikanten, was keine befriedigende Lösung ist, denn die sollen journalistisches Arbeiten lernen.
Was wäre die Alternative? Gar keine Kommentarfunktion? Für mich nicht. Ich bin übrigens auch für eine sehr liberale Auslegung der Kommentarfunktion - Hürden senken statt erhöhen.
Das Bewerten überzeugt mich nicht, weil ich nicht weiß, was das bringen soll. Der Kommentar verschwindet ja nicht, nur weil er als dumm bewertet wird und das wäre auch gar nicht wünschenswert, denn es gibt ein Recht auf Dummheit. Wenn mir jemand den Sinn dieses Bewertens erklären kann, ich bin offen.
August 29th, 2009 at 13:41
Johannes H. says:
@Fjorderspringer:
Ich liebe diese Weltenverschwörer-Theorien alla George Orwell 1985! Eine reiche Elite die nur um ihrer selbst und ihrer Macht Willen das Volk klein hält und gegen einen allgemeinen Wohlstand kämpft. Gibt es ein besseres Feindbild für jeden guten Kommunisten, Bürgerrechtler, Linke-Wähler, Aufklärer etc.?
Allerdings ist diese Weltansicht ziemlich unrealistisch. Wer sich mal mit Politikern unterhalten hat wird festellen, dass es durchaus welche gibt die für das Volk und nicht gegen das Volk arbeiten. Natürlich gibt es auch reiche Menschen mit viel Einfluss die durchaus daran interessiert seien könnten, dass sich nichts ändert. Aber sie sind eben nicht alle und nicht mal unbedingt die Mehrheit.
So und jetzt nochmal kurz zum Thema Kommentarfunktion:
Was hier meiner Meinung nach total ausser Acht gleassen wird ist das sogenannte Trollen. Wer es nicht kennt eine kurze Erläuterung: Ein Troll ist ein User in einem Forum der gezielt versucht die anderen zu ärgern in dem er eine Meinung kund tut von der er aussgeht, dass sie unerwünscht ist. In einem eher linken Forum sind dies nunmal rechtsradikale Äußerungen. Daher könnten viele der fragwürdigen Kommentare nicht unbedingt die tatsächliche Meinung der Schreiber wiederspiegeln.
Allerdings bin ich der Meinung, dass die TAZ keine Kommentare zensieren oder löschen sollte, so lange hier noch eine Leserschaft existiert die zeigt, dass eben nicht alle so denken. Nur wenn man auf Probleme aufmerksam macht kann man sie bekämpfen. Bevor die Menschen von Baktieren und Keimen wussten haben sie ja auch gelaubt, dass ein Aderlass die Grippe heilen kann.
August 29th, 2009 at 13:56
Andreas says:
..wie die Praxis zeigt, fuehrt der Glaube, ‘die dummen Kommentare’ wuerden sich von selbst qualifizieren, dazu, dass, wie schon oben erwaehnt, rassistischen u.ae. Diskursen unumschraenkter Raum gewaehrt wird, weil sich die ‘Normalnutzer’ der taz einfach nicht dafuer zu interessieren scheinen, diese Diskurse wahrzunehmen/zu brechen. Wieviel davon Desinteresse und wieviel davon stilles Symphatisieren ist, kann der neutrale Benutzer am Ende nicht mehr unterscheiden. Gewisse Diskursformen sind so offensichtlich rassistisch, islamophob und stereotyp, dass man sie sofort erkennt, man fragt sich dann: warum muessen einem intelligenten Artikel von Frau Sezgin, in dem sie sich exakt fuer die Loeschung etwa rechts-rassistischer Inhalte im Netz stark macht, man kann darueber sicherlich streiten, Tiraden rassistischer, sexistischer, rechter Hetze folgen:
http://www.taz.de/1/debatte/kolumnen/artikel/kommentarseite/1/grosses-fettnapfpotenzial/kommentare/1/1/
In solchen Faellen sollte es ein demokratisches Prinzip innerhalb der anwesenden taz-Redaktion geben, das Kaskaden von Pi-aehnlichem Muell identifiziert, eingrenzt und mit ‘einfacher anwesender Mehrheit’ loescht, eine Kommentarfunktion ist kein Muelleimer fuer die rechten Spinner dieses Landes, andere Zeitungen zensieren zudem, etwa der tagesspiegel, systematisch prononcierte linke, aufgeklaerte Kommentare oder verzoegern ihr Erscheinen, waehrend rassistische Kommentare, wie oben ja von einem Kommentator exemplifiziert, im fuenf-Minuten-Takt erscheinen. Die taz sollte hier wehrhaft sein und ihre hehren anti-Zensur-Grundsaetze (die taz ist NICHT
das staatliche Machtgefuege) nicht zum Keim fuer die Verbreitung menschenverachtender Ideologie werden lassen.
August 29th, 2009 at 15:12
Daniel says:
Man könnte Lesern die Möglichkeit geben, Kommentare zu bewerten, und ihnen dann auch die Option bieten, schlecht bewertete Kommentare ab einem gewissen Schwellenwert einfach auszublenden. Siehe Heise-Foren
August 29th, 2009 at 17:23
Holger says:
Meinungsfreiheit kann nur absolut sein.
JEGLICHE Einschränkung ist Zensur, egal, womit man sie zu rechtfertigen versucht.
Das gilt für vdL genauso wie für die Taz.
August 29th, 2009 at 18:29
joerg Neubauer says:
Die taz ist ja selbst nicht frei von Rassismen. Ich erinnere mich an die Überschrift “Onkel Obamas Hütte” - dahinter das Weiße Haus. Das sind Witze, über die Weiße eben mehr Gründe haben zu lachen, als Schwarze Menschen. Die haben weniger Gründe das besonders witzig zu finden. Auch auf der Wahrheit-Seite gibt es häufig solche Scherze, die gern über “politische Korrektheit” witzeln und dann mit Rassismen “spielen”, (vermutlich die Abarbeitung des schweren linken Erbes wohl durch die Kinder der 68er?). Eigentlich ist die taz insgesamt oft bereits da, wo die Grünen in Kaarst, NRW gerade sind. Sie zeigen auf Plakaten zwei nackte Frauen, eine Schwarze eine Weiße und titeln: der einzige Grund schwarz zu wählen.
Selbstverständlich halten die Grünen in Kaarst das überhaupt nicht für rassistisch, weil sie ja antirassistisch sind, sozusagen per Geburt und sowieso. Wer regt sich über so ein Plakat in der taz auf? Ja, natürlich, eine deutschtürkische Autorin.
August 29th, 2009 at 19:49
Andreas says:
Es geht hier eben NICHT um eine Einschraenkung der Meinungsfreiheit, jeder ist aufgerufen seine Meinung wo-auch-immer in welchen Foren und in welcher
Form auch immer zu aeussern, i.e. im Netz. Es geht um eine Form von inhaltlichem Grundkonsens, den sich eine linke (private!) Zeitung auferlegt. Leserbiefe wurden seit Bestehen der Presse selektiert veroeffentlicht und ich sehe nicht, warum eine linke Zeitung ihr Internet-Kommentarforum nicht von rechter Hetze freihalten sollte. Jene ‘Diskussion’ zu Sezgins Artikel ist vielleicht hart an der Grenze, aber man kann sich ueberlegen, ob man nicht ein intellektuelles und zivilisatorisches Mindestmass, das am Wertekanon eines kritischen linken Diskurses gemessen ist, garantieren sollte, das etwa solche grenzdebilen ‘das kann kein Rassismus sein, weil die Nazis ‘Mischehen’ verboten haben’ ausschliesst. Ich will in der taz einfach nicht den gleichen rechtspopulistischen, rassistischen Dreck lesen, wie er mir schon in zigdutzend anderen Kommentarforen entgegenschwappt, weder als Artikel, noch als ‘Wahrheit’, noch als Kommentar, denn die Leser-Kommentare einfach nicht zu lesen, ist ja keine Loesung, weil es der rechten Szene exakt suggeriert, ihr Dreck sei im Grunde auch heimliche Meinung der Linken.
August 30th, 2009 at 00:17
Holger says:
@andreas:
“Es geht um eine Form von inhaltlichem Grundkonsens, den sich eine linke (private!) Zeitung auferlegt. Leserbiefe wurden seit Bestehen der Presse selektiert veroeffentlicht…”
…also Zensur. Das Du es anders formulierst, ändert nichts daran. Leider hast Du danmit den Grundkonsens mit vdL: ausblenden und ignorieren, aber nicht auseinandersetzen mit Dingen, die Du nicht sehen/lesen/hören willst.
Selektieren von Leserbriefen hatte einen Sinn, als der Platz begrenzt war, das ist hier im Netz kaum der Fall.
August 30th, 2009 at 11:27
jotembe says:
@all,
vorweg dies: Ich sehe mich durchaus als wertkonservativen Menschen und lese neben anderen online-Ausgaben deutscher und internationaler Medien täglich überwiegend mit Vergnügen die Artikel hier in der taz. Ich erlebe sie durchweg als gut recherchiert, auf des Wesendliche komprimiert, intelligent formuliert und in dem einen oder anderen Fall auch mit Humor garniert.
Dazu würde nun ein Sortieren oder Löschen von Dumpfbacken-Kommentaren von rechts oder von links so gar nicht passen. Mit dummen Sprüchen entlarvt sich der politische Extremismus zudem vortrefflich selbst. (Ich empfehle in dem Zusammenhang als Aha-Erlebnis die Kommentierungen von Artikeln über Islam, Araber, Judentum, Israelis bei Welt-online über einen gewissen Zeitraum anzuschauen.) Man kommt zwar aus dem Kopfschütteln kaum mehr heraus, aber Löschen/Zensieren würde diesen geschriebenen Dummfug nur unnötig aufwerten.
Ich votiere weiterhin gegen Degenhards Song “Spiele nicht mit Schmuddelkindern”. ;-)
August 30th, 2009 at 14:45
Elmar says:
Prinzipiell würde es doch mit Sicherheit schon helfen, wenn man sich anmelden/einloggen müsste, um Kommentare abzugeben.
Mit Double Opt-In kann man automatische Anmeldungen verhindern und prüfen, dass nur gültige Mailadressen Accounts anlegen. Verbunden mit Bewertungssystemen wie (schon öfter genannt) bei heise.de und der Möglichkeit seine Einstellungen zu speichern, wenn man eingeloggt ist, hat so jeder die Möglichkeit einzelne Leute oder Bewertungsschwellen für sich selbst auszublenden.
Auch die Hemmschwelle für extreme Kommentare, die ggf. strafrechtlich relevant sind, wird so hochgesetzt.
Sollten die Maßnahmen nicht ausreichen könnte man dies ja sogar damit koppeln, dass bestimmte Artikel nur noch von Abokunden kommentiert werden können (z.B. eben Artikel die sich mit Rechtsextremismus beschäftigen). Beim Anmelden eines Accounts zum Kommentieren kann dafür ja hinterlegt werden, ob derjenige Abonnent ist oder nicht.
In der Richtung kann man dann auch noch weiterdenken und basierend auf den Benutzerkonten nach und nach weitere Funktionen für alle oder nur für Abonnenten einbauen. Sozusagen als Goodie für all diejenigen, die die taz durch den Kauf der Print- oder Onlineausgabe unterstützen.
Übrigens wäre ich von einer Baumstruktur bei den Kommentaren (auch hier: siehe heise.de) ebenfalls sehr angetan.
August 30th, 2009 at 17:07
Andreas says:
nun, rechte Populisten haben in so ziemlich jedem oeffentlichen Forum der ueblichen journalistischen Organe dieses Landes breiten Raum, ihren rassistischen Unsinn, sogar bevorzugt, unters Volk zu bringen. Es ist eine
Frage elementarer Ruecksicht auf die Rechte der von Linken im allgemeinen mit Solidaritaet bedachten (ethnischen, sozialen) Minderheiten dieses Landes, rechte Hetze gegen diese, und darum geht es hier vor allem, nicht
noch publizistisch, und sei es durch Kommentarspalten, zu befoerdern. Es ist doch kein Zufall, dass es keine weissen ‘wertkonservativen’ Deutschen, sondern PoC wie Frau Sezgin sind, die ihre Wuerde ueber das Recht der Rechtsextremen stellen, diese dummdreist zu missachten und sich dafuer stark machen, diesen nicht noch Foren ueber den Rahmen hinaus zu geben, den die Oefentlichkeit ihnen ohnehin gestattet. Das Internet ermoeglicht jedem rechten Populisten, seinen rassistischen Unsinn per
blogs/homepages/Organisationen etc. an den Mann/die Frau zu bringen, und sie tun es, sie werden (siehe PI) von bedeutenden Wirtschaftskraeften (Telekom etc.) dabei nach Kraeften unterstuetzt, ihr taeglicher dummdreister Rassismus der Mitte gehoert inzwischen zum bekannten
Kanon dieser Republik. Will die taz sich also als ein weiteres duerres Sprachrohr dieses Kanons darstellen, indem jedem aufgeklaerten Artikel ein Sumpf von rechter Hetze folgt, oder waere es vielleicht moeglich, minimale linke ethische Grundsaetze bei der Moderation ihrer lokalen,
privaten Kommentarspalten zu beruecksichtigen? Die Selektion von Leserbriefen war nie Zensur, da nie ein Anspruch auf Veroeffentlichung bestand, sie war auch nie nur platzbedingt, da immer auf Grund von Relevanz und natuerlich auch ethischen/politischen Massstaeben selektiert
wurde. Intelligenter Widerspruch fand auf diese Art auch immer Eingang, es geht hier aber um eine aggressive Dominanz menschenverachtender Sichtweisen auf dem Hintergrund der Gleichgueltigkeit oder stillen Zustimmung der Mehrheit.
August 30th, 2009 at 17:18
Andreas says:
..seltsamerweise laesst sich bei PI oder im tagesspiegel auch nur nach Anmeldung kommentieren und trotzdem gaehnt dem Betrachter die rassistische Hetze dort hundertfach entgegen, PI ist sogar das zenrale Forum rechter Islamophobie in Deutschland. Das allein hilft wohl nicht, Elmar.
August 30th, 2009 at 17:28
Andreas says:
Die Kommentarfunktion solltet ihr auf jedem Fall offen lassen. Das bietet zwar auch den rechten und den dummen einen Raum in dem sie sich äussern können aber das ist ja auch nicht immer uninteressant und tatsächlich sind die wenigen freien Kommentarseiten in der internet-Presselandschaft durchaus ein Ort an dem hitzig diskutiert wird.
Euer Internetauftritt hat doch durchaus das Potential auch Geld in die Kasse zu bringen wenn ihr die Seite vielleicht noch etwas übersichtlicher und aktueller machen würdet. Ich weiss ja nicht wie das Verhältnis von Kosten zu Einnahmen ist aber Spiegel-Online ist ja ein Beispiel, dass sowas klappen kann.
August 31st, 2009 at 22:15
Andreas says:
Nachtrag: ich bin ein anderer Andreas als der andere Andreas weiter oben …
August 31st, 2009 at 22:16
drusus says:
Im übrigen hat die taz für die Kommentare ja eine “freischaltfunktion” d.h. die Kommentare müssen erst von kundiger Seite freigegeben werden. Mir ist es in letzter Zeit häufig passiert, dass meine Kommentare gar nicht unter dem Artikel erschienen obwohl sie frei von Rassismus und ähnlichem waren. Ich vermute da mal ganz frank und frei, dass meine Meinung dem zuständigen Redaktör nicht gepasst hat. Dieser Eindruck ist für mich übrigens schlimmer als dumme Kommentare zu lesen - für deren Ignorierung halte ich mich mündig genug. Aber Zensur die willkürlich daherkommt ist das allerletzte. Also schaltet die Kommentarfunktion doch bitte ganz frei!
September 1st, 2009 at 09:32
askmewhy says:
Na ja, ich muss zugeben dass ich der Anfangseuphorie meines damals gerade frisch erworbenen Internetzuganges ein bissel über die Stränge geschlagen habe, und übers Ziel herausgeschossen bin. Allerdings stellt sich für mich die Frage warum und wieso eine kommentarsperre so dauerhaft sein muss. Da gabs bedeutend Schlimmere die munter weiter Statements abgelassen haben.
Es ist aber gut das man bei Euch wirklich jeden Artikel (theoretisch)kommentieren kann. Was noch erfreulicher ist das Ihr nicht nur Zustimmung sondern auch kritische Beiträge (die durchaus das Element kompletter Ablehnung enthalten können) zu Euren Artikeln freischaltet. Hoffentlich bleibt das auch in Zukunft so.
September 1st, 2009 at 11:54
diewahrheit says:
bei einem spiel gibt es immer fans beider seiten … und …. es gibt hools, die sich nicht an die regeln halten.
wieso bringt die taz nicht mal ne recherche über diesen neuen online hooliganismus. ihr habt dort naturgemäß die größte erfahrung … kooperiert doch mit anderen seiten wie spreeblick.de., da ist eure power auch größer und das gewicht der recherche. kann nur sagen dass viel leser ebenfalls genervt sind von diesen “kommentaren”. eine gemeinsame kooperation ist sinnvoller als kleine infragestellungen wie diese page.
September 1st, 2009 at 12:20
Reichsautobahn Troll says:
Hallo taz Leser,
keine Angst vor Meinungsfreiheit, in den USA ist offiziell die “NSDAP-AO” zugelassen. Grund: Meinungsfreiheit !
Trotzdem hat wohl niemand in den USA Angst vor NeoNazis und es gibt ja immerhin den ersten schwarzen Präsidenten.
——-
Ich möchte als Zeitungsleser (Papier wie online) nicht immer nur meine eigene Meinung bestätigt bekommen, gerade deswegen lese ich gerne die taz. Auch habe ich hier schon Kommentare hinterlassen die “gegen den Strich gebürstet”, provozierend, aber eben nie beleidigend waren. Ich habe natürlich dann von den “typischen=linken” (?) taz Lesern Widerspruch erfahren, aber durchaus sachlich und auf hohem Niveau.
Mit dem PI Blog ist es wie mit der Bildzeitung oder Unterschicht Trash TV; keiner liest/sieht es - aber jeder weiß Bescheid. Wer sich diesen Blog anschaut liest manche interessante Meinung / Artikel (ähnliche Funktion wie paperball.de) nur eben mit islamkritischen Hintergrund. Da jahrzehntelang (muslimische) Migration pauschal von der Politik und Medien als “gut” verkauft wurde, aber im Alltag viele Bürger es (bedauerlicherweise) anders erfahren, gibt es eben Bedarf dort “Dampf” abzulassen.
Es wird dann nur auch auf Medien wie taz oder “Die Zeit” verlinkt, als vermeintlichen Beweis, daß die eigene Meinung inzwischen auch in linken Medien auftaucht. Leser mit Grundschulbildung oder höher werden hier aber schnell erkennen, daß “USA/Israel - gut”, “Islam - böse”, “Klimakatastrophe frei erfunden” , etc. im Bereich der Märchen anzusiedeln ist.
Nichtdestotrotz gäbe es den Blog wohl nicht, hätten Mainstream Medien schon früher allumfassend und ehrlich berichtet.
War da nicht neulich ein kritischer ZEIT Artikel über Grillen im Berliner Tiergarten?
Wäre noch vor ein paar Jahren total “Autobahn” gewesen und wohl nur bei der “JF” veröffentlicht worden.
link: http://www.zeit.de/2009/35/DOS-Tiergarten
————
ProNRW hat nicht mal 5 % in Köln erreicht und das dürfte auch den Prozentsatz der PI Leser in der Bevölkerung wiederspiegeln. Rufen nämlich 10000 Leser 3 mal am Tag diese Seite neu auf, klickt der Zähler ggf. eben auch mehrfach. Was dort stattfindet würde ich als “MM” bezeichnen, “mediale Masturbation”.
————
Haltet die taz offen und ohne Sex und “Promi” Klatsch wird die taz leider nicht kommerziell an den Erfolg von spiegel.de anknüpfen können.
September 2nd, 2009 at 13:24
Thomas says:
Lasst es mit den Kommentaren doch so, wie es ist und fragt Euch doch mal, ob es wirklich ein Problem ist, wenn bei einzelnen Artikeln mal ein wenig mehr rein kommt.
Ansonsten hätte ich noch folgenden Vorschlag: Lasst Euch den Kommentar bestätigen, indem ihr automatisiert eine E-Mail mit Freischaltlink an die im Kommentar angegebene Adresse schickt. Dadurch fallen all diejenigen Kommentare raus, die diese ohne gültige E-Mail-Adresse abgeben wollen. Das dürfte in der Regel die richtigen treffen.
Oder:
Macht - analog zu Wikipedia - aus taz.de eine Online-Community, die das Problem selber löst, indem sie Moderatoren bestimmt, die die Einhaltung einer Netikette einfordert und durchsetzt. Man muss nicht alles selber machen.
Und all diejenigen hier, die eine Moderation mit Zensur verwechseln: Eine Moderation ist keine Zensur, da man seine Meinung ja auch im eigenen Blog etc. öffentlich kundtun kann. Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass man andere zur Verbreitung der eigenen Meinung missbrauchen darf, wenn sie das nicht wollen. Deswegen sind die hier gemachten Zensurvorwürfe vollkommen substanz- und vor allem geschichtslos. Ein Volk, in dessen Geschichte das Nazi-Regime und die DDR vorkommen, sollte wissen, was Zensur ist, und was nicht. Hier will sich doch wirklich keiner mit Zensuropfern dieser Regime vergleichen, nur weil es ihm mal nicht gelungen ist, hier einen Kommentar auf taz.de abzusetzen.
zaphodbb
September 3rd, 2009 at 02:50
xyz says:
Es würde mich enttäuschen, wenn jetzt auch die TAZ ähnlich wie z.B. die SZ unliebsame Kommentare zu löschen begänne. Wenn man für Meinungsfreiheit eintritt, gehören entsprechende ‘unwillkommene’ Kommentare eben dazu. Wer’s mag, kann ja auch umgekehrt beim politischen Gegner posten.
Generell erscheint mir die Möglichkeit, via Internet eigene evtl. abweichende Positionen fast zeitaktuell hinterlassen zu können, schon als sehr große Verbesserung im Vergleich zum traditionellen Schreiben eines Leserbriefes.
Nicht so viel Angst vor der eigenen Courage fordere ich, lieber viel Angst vor Zensur und Meinungsdiktatur.
September 3rd, 2009 at 08:58
Lorenz says:
Bitte für die Leserkommentare eine “Spielwiese” getrennt von den Artikeln einrichten. Oft reicht die erste Zeile eines Kommentars, um mich weg zu ekeln - und sei es nur wegen der erbärmlichen Ausdrucksweise.
September 3rd, 2009 at 15:13
Steve says:
drusus says:
“Im übrigen hat die taz für die Kommentare ja eine “freischaltfunktion” d.h. die Kommentare müssen erst von kundiger Seite freigegeben werden. Mir ist es in letzter Zeit häufig passiert, dass meine Kommentare gar nicht unter dem Artikel erschienen obwohl sie frei von Rassismus und ähnlichem waren. Ich vermute da mal ganz frank und frei, dass meine Meinung dem zuständigen Redaktör nicht gepasst hat. ….”
Das scheint ja einigen hier so passiert zu sein.
Schwaches Bild,taz !!
September 3rd, 2009 at 20:48
Bob says:
OK,testen wir mal die Kapazitäten der Moderation.
Gestern von mir geposteter Kommentar zu Chauvistres
Afghanistankrieg Kommentar:
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/mitten-im-krieg/
Ein Krieg, der unter falschen Prämissen
geführt wird. Schon das “auslösende Moment”
(der 11.September 2001) kann bei nüchterner
Analyse der Fakten nicht als Kriegsgrund
herhalten.
Die geostrategischen Interessen der USA
sind die wahre Motivation und nicht
die aufgeblasene Teroristenjagd oder gar
die Befreiung der afghanischen Frauen.
Im Kampf gegen die Sowjets galten die Islamisten
noch als Freiheitskämpfer, die von den
USA finanziert wurden.Nun gelten sie als Terroristen ,die die Welt bedrohen.
Ich schäme mich dafür,dass deutsche Soldaten
an diesem Krieg beteiligt sind.
Karzai’s mit Warlords und Drogenbossen besetzte
Regierung wird dem Land weder Frieden noch Demokratie bringen.
September 5th, 2009 at 18:04
Anon says:
> Im Gegensatz zu vielen anderen Medien ist auf taz.de noch
> eine recht ungefilterte Diskussion möglich,
Das ist genau der Punkt. TAZ und Heise.de sind (enige der letzten?) Bollwerke der freien, anonymen* Diskussion. Unsere Justiz(ministerium) hat mir Störermithaftung ja schon sehr, sehr viele Foren erfolgreich eingeschüchtert.
* (Ich stehe zu meiner Meinung, lasse mich aber so ungern von Schlurchmarken oder falschen 50ern/20ern dafür mit Klagedrohungen und kosten überziehen…).
Was man nun mit Rechten, Rassisten, kompletten off-topic-Idioten macht? Ich weiss es nicht. Die krassen Fälle löschen ist sicherlich in Ordnung (und gesetzlich geboten). Bei den minder-krassen Fällen schätze ich aber vielleicht auch, was Ihr “Binnendiskussion” nennt… es sei denn es wird ein rein persönliches Ping-Pong unter den Beteilligten.
Kurzum: Ihr seid auf dem richtigen Weg!
September 6th, 2009 at 08:39
dieter says:
Liebe taz, bevor Ihr eine solche anspruchsvolle Diskussion vom Zaune brecht, solltet Ihr Euch entscheiden, ob Ihr für deutsche oder englische Leser schreibt …
Anon says:
Bob says:
Name: (required)
September 6th, 2009 at 08:39
Submit Comment
usw.
… macht nicht gerade den besten Eindruck.
September 6th, 2009 at 12:05
st says:
>> Im Gegensatz zu vielen anderen Medien ist auf taz.de noch
>> eine recht ungefilterte Diskussion möglich,
>Das ist genau der Punkt. TAZ und Heise.de sind (enige der >letzten?) Bollwerke der freien, anonymen* Diskussion.
Grundlage jeder vernünftigen Diskussion ist es, aufeinander einzugehen. In einem Kommentarbereich wie hier, der sämtliche Beiträge einfach untereinander klatscht, so wie in einem Papierkorb jeglicher Müll übereinander landet, ist das kaum möglich; nach zwei, drei Antworten verlieren die Meisten schlichtweg den Faden oder die Geduld, den vorigen Beitrag in der endlosen Liste nochmals aufzusuchen.
Insofern ist das Argument, hier wäre ein Hort, gar ein letzter, der Diskussion, kaum stichhaltig, die Technik steht schlichtweg dagegen. Gut möglich ist in solchen Bereichen vielmehr das gegenseitige Niederschreien nach dem Motto Fire & Forget - und das sieht man dann ja offenbar auch (bzw. nicht, wenn die Redaktion eingreift).
Wenn die TAZ sich also schon Gedanken ob des unterirdischen Niveaus der Kommentare macht, sollte sie sich ernsthaft fragen, ob ausgerechnet eine Zeitung als Plattform zur Massenkommunikation dienen sollte. Zeitungen waren seit jeher ein Medium Weniger an Viele, das Filtern der Massen von Meinungen ist Grundlage der Zeitungsarbeit.
Es gibt genügend Stellen im Netz, in der Diskussionen möglich sind und an denen die Technik auch in der Lage ist, Diskussionen zu tragen, allen voran die Newsgroups. Wer ernsthaft diskutieren möchte, weiss das.
Aufgabe der TAZ sollte es nicht sein, eine Plattform zur Verfügung zu stellen, Aufgabe der TAZ sollte es eher sein, ihre Leser über diese Plattformen zu informieren. Allgemein sollte die TAZ sich auf die Aufgabe konzentrieren, ihren Lesern Diskussionsstoff zu liefern, auf die Information, nicht die Kommunikation.
Möchte die TAZ unbedingt auch eine Diskussionsplattform zur Verfügung stellen, sollte sie einen eigenen Newsserver einrichten - es muss ja nicht gleich das gesamte Usenet gespiegelt werden, es darf auch ein privater sein. Damit trägt sie mehr zur Meinungsvielfalt bei, als mit einer 08/15-Kommentarfunktion, deren primäre Eigenschaft, die einfache Nutzung, lediglich Schreihälsen und Dorfdeppen dient, aber nicht jenen, die sich ernsthaft austauschen wollen.
September 7th, 2009 at 14:22
Anna Luehse says:
Zensur - Cui bono?
Folgendes Zitat mit Quellenangabe wurde auf welt.de wenige Minuten nach Veröffentlichung gelöscht:
“TOD DURCH TAMIFLU®”
“18.11.2005, 08:12: Guten Morgen!
Hat einer von euch heute die Süddeutsche gelesen??
12 Leute sind an Tamiflu gestorben!!!
WHO überlegt sofortiges verbot!”
http://www.symptome.ch/vbboard/bakterien-viren-parasiten/2296-tod-tamiflu.html
___
(just a test)
“Von 1998 bis 2008 ist die globale Temperatur um 0,2°C zurückgegangen. Die Nordhalbkugel hat sich um 0,1°C, die Südhalbkugel sogar um 0,3°C abgekühlt.
“Diese 0,3 Grad sind ein dramatischer Wert, wenn man bedenkt, daß die tatsächliche Erderwärmung zwischen den Jahren 1850 und 2000 gerade bei 0,6 Grad gelegen hat” ergänzt dazu der Diplom-Meteorologe und EIKE-Pressesprecher Klaus Puls. (E.I.K.E.) http://eike-klima-energie.eu
September 8th, 2009 at 14:04
Der Moslem says:
Weissu, Alta, bei alle Verständnis fur de Schwachsinn, die man hier als “Argumente” tut verkaufen, bleibt doch nur ubrig eine Frage:
Was willsu mit de Fascho-Kommentare erreichen?
Muss taz-Leser wissen, das sowas gibt? Dann musser nur lesen BILD oder Nazional-Zeitung, Alta.
Willssu erreichen, dass Fascho-Kommentare un Fascho-Weltanschauung weiter verbreitet werden un de Faschos können machen fremdenfeindliche Propaganda auch auf taz - dann machssu voll krass richtisch, Alta!
Hat sich de HSS (Herre’sche Sturm-Staffel) längst etabliert in de Internet un bei de taz.
Musssch fragen: Wessen Geist is de taz-Moderator, die de Nazi-Kommentare von de PIsser schaltet frei?
Lessch hier, zensiert harmlose Kommentare von echte taz-Leser, aber breitet aus PIsser-Kommentare von HSS un de NPD.
Was will de Moderator-Ficka damit erreichen, Alta?
Is selber eine PIsser oda wie?
September 8th, 2009 at 19:06
Der Moslem says:
Alta, wassch hab vollig vergessen, guckst du hier de Interview mit deine Chef su de ganze schaise Nazi-Kommentare mit de Moslem:
http://moslaemm.wordpress.com/2009/09/08/exklusiv-interview-mit-der-taz-chefredaktion/
Kannsu was noch lernen, isch schwör.
Hinweis von der taz: Das verlinkte Interview stammt nicht, wie dort behauptet wird, von Ines Pohl. Ich möchte außerdem unsere Kommentatoren daran erinnern, ihren Namen zu nennen und eine gültige Mailadresse anzugeben, über die sie bei Rückfragen erreichbar sind. Sebastian Heiser
September 8th, 2009 at 19:22
Politically Incorrect says:
Da sieht man’s doch wieder: Der Musel ist hinterhältig wie der Islam selbst. Der Koran ist nichts anderes als eine Anleitung zum Terrorismus. Die TAZ erkennt - viel zu - langsam, wer ihre wahren Freunde sind. Die Gutmenschen und Multikulties würden uns doch am liebsten gleich der Scharia unterwerfen und versklaven. Ines Pohl hat völlig recht - keine Burka für unsere Frauen! Wir müssen unser deutsches Vaterland und das christliche Abendland verteidigen.
Hinweis von der taz: Ines Pohl hat dies nicht geäußert, das Interview mit ihr ist erfunden. Sebastian Heiser
September 8th, 2009 at 20:27
NPD says:
Wir begrüssen ausdrücklich die deutlichen Worte von Frau Pohl über die Integrationsverweigerung der Muslime in Deutschland.
Es ist ein gutes Zeichen, dass die Tageszeitung endlich erkennt, daß diese fremde Kultur nur Probleme schafft und diese Leute nicht hierher gehören.
Weiter so!
September 8th, 2009 at 21:31
Junge Freiheit says:
Die Erklärungen von der Kollegin Ines Pohl haben wir mit großem Interesse zur Kenntnis genommen. Gerne würden wir ebenfalls ein Interview unter Kollegen zu dem Thema Migration und Integration machen.
September 8th, 2009 at 21:37
Der Moslem says:
Wos, Alta? Willsu haben meine Emiladresse wofur? Hättest du fragen können deine komische Chefin, die hat meine Nummer, guckst du.
Was hassu nisch verstanden, dass du hast voll krasse Ruckfragen?
September 9th, 2009 at 20:36
aso says:
Wenn es das Phänomen gibt, daß rechtslastige Kommentare gegenüber denen der Stammleserschaft temporär überwiegen,
wäre eine Bewertungsfunktion, die die Mehrheitsmeinung spiegeln würde, sinnvoll und erhellend.
Oktober 16th, 2009 at 16:31
Onsom says:
Ist doch ne klare Sache! Die Meinungsfreiheit beginnt immer bei der Meinung des Andersdenkenden.
Nur weil einige pseudo Linke meinen sie hätten die Wahrheit für sich gepachtet und wer nicht ihrer meinung sei sei sowieso von der NPD, heißt das noch lange nicht das es sich bei den Ansichten um rechtes Gedankengut handelt.
Ganz klar ist aber natürlich, wenn jemand Beleidigt wird, oder tatsächlich Volksverhetzung betrieben wird, ist dies nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt und gehört gelöscht.
Oktober 16th, 2009 at 17:03
Marti says:
Das mit der relativ offenen Diskussion bei der taz ist wohl Vergangenheit: beim Thema Islam scheint man nicht zulassen zu wollen, das sich heraustellt, dass die Mehrheit auch der taz-Leser ziemlich islamkritisch ist.
Die veröffentlichte Meinung, die ganz überwiegend schönredet und immer weitere Zugeständnisse an die Muslime und auch die Islamisten einfordert, hat eben nichts mehr mit der Meinung der Mehrheit zu tun.
Zumindest das hat der Fall Sarrazin gebracht: keiner glaubt mehr, dass das nur die Meinung einer Minderheit sei.
Vielleicht führt das ja dazu, dass sich einige der arroganten Linksgrünen, die immer nur “Boah, so viele PI-Nazis hier im taz-Kommentarbereicht” ausspucken, oder “Rassimuss, Rassismus” schreien, sich eindlich mal zu einer inhaltlichen Diskussion herablassen.
Da man weiß, dass man eine inhaltliche Diskussion nicht gewinnen kann, wird eben zensiert, äh gelöscht - irgendwie muss man ja seine Deutungshoheit verteidigen.
Oktober 16th, 2009 at 17:41
eppelein says:
Mich fasziniert warum sich gebildete Journalisten für Lebensregeln des 7. Jahrhunderts begeistern lassen die damals in diesen Gegenden tatsächlich Fortschritt bedeutet hatten da aber Europa eine völlig andere Entwicklung nahm völlig überflüssig und nur als Museumsdiskussion aktuell sind. Diese Koranregeln gibt es. ja o.k. aber bei uns leben Frauen eben Gott sei dank anders und bekanntlich retten sich die Frauen ja genau deshalb nach Europa. Wieso haben die dann plötzlich keine Lobby mehr?
Oktober 16th, 2009 at 18:14
eppelein says:
Ergänzung:
Ein Kopftuch ist ein Wetterschutz. Dass sich der in den Wüstengebieten wo laufend Sandstürme und starke Sonneneinstrahlung ist als Dauerkleidungsstück etabliert hatte (lange vor dem Koran) ist jedem verständlich der da unten mal länger lebte. Falls bei uns mal starker kalter Wind ist tragen auch “normale europäische Frauen” mal einen Wetterschutz z.B. Kopftuch. Aber IM Gebäude nehmen wir den selbstverständlich sofort ab. Da da kein Sandsturm ist. Wer den als Frau aufläßt lebt irgendwo in der geistigen Wüste
Oktober 16th, 2009 at 18:49
aso says:
@ Marti:
„…beim Thema Islam scheint man nicht zulassen zu wollen, das sich heraustellt, dass die Mehrheit auch der taz-Leser ziemlich islamkritisch ist….“:
…und damit in infamer Weise von dem vorgegebenen Multikulti-Mainstream abweicht.
Deshalb wäre hier eine Kommentar-Bewertungsfunktion wohl allzu entlarvend…
Auch die “taz-Tagesumfrage” zum Thema Sarrazin offenbarte die unglaubliche “Rechtslastigkeit” der taz-Leserschaft…: es gab mehr Befürworter als bei der Welt-Umfrage (= gut versteckt, schwer zu finden…).
Man stelle sich den Bild-Aufmacher vor: “Skandal: TAZ-Leser mehrheitlich Rechts…Leser wollen der Multikulti-Linie des Grün/Links-Blattes nicht mehr folgen…”
Wenn die Kommentare nicht der tendenziösen Linie des taz-Autors folgen, wird der Kommentar entweder erst gar nicht freigeschaltet (und das, nicht weil er gegen die Netiquette verstößt, sondern weil die Meinung zuu anders ist…) , oder er wird Passagenweise zensiert, oder nachträglich gelöscht.
All dies ist mir ebenfalls so schon passiert…
Oktober 18th, 2009 at 13:04
GTI DRIVER says:
GRATIS-BRAINSTORMING
Wer sich aufklärerisch gibt und dann Meinungen, die ihm nicht gefallen, unterdrückt, der hat ein Problem.
Wer zur Diskussion einlädt und dann Meinungsäußerungen, die ihm nicht gefallen, unterdrückt, der hat ein Problem.
Es gibt das Strafgesetzbuch: Aufruf zu Straftaten ist verboten. Sonst nichts. Alles andere ist Meinung. Wer da weitere, meist sehr subjektive Kriterien einführt - Rassismus, rechtsradikal, antiislamisch, faschistisch, Freak, Ohnmacht -, der hat ein Problem mit der freien Meinungsäußerung —— und mit offener Debatte!
Wer sich zum Richter über die politische Korrektheit von Meinungsäußerung aufschwingt, der offenbart BLOCKWART-MENTALITÄT.
Der ECONOMIST hat einmal eine interessante Überlegung zum Thema Internet angestellt. Die Presse, so der Economist, sei so etwas wie die Diskussion der Nation (sorry, ich weiß, Ihr mögt den Ausdruck nicht) mit sich selbst. Durch das Internet würde diese Diskussion der ganzen Nation mit sich selbst sehr viel intensiver und unmittelbarer.
Das war gut beobachtet. Richtig witzig finde ich es, wenn ausgerechnet Ihr vor dieser Debatte Angst habt.
Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht. Aber ich entnehme den Leserbriefen und den Online-Kommentaren immer wieder Anregungen für die eigene - horribile dictu - journalistische Arbeit. Ich finde da immer wieder richtig gute, sehr überlegte, provokative Gedanken. Da gibt es regelmäßig jede Menge Argumente und Sichtweisen, auf die ich in der Schnelle gar nicht komme. Dann bin ich dankbar.
Freunde der Nacht, ich glaube, Ihr wißt gar nicht, was Ihr an der Online-Debatte habt - oder haben könntet: Das ist ein GRATIS-BRAINSTORMING auf nationaler Ebene! AUF NATIONALER EBENE und gratis! Man muß schon sehr borniert sein, um das nicht zu nutzen!
Jetzt wißt Ihr immer noch nicht, wie Ihr Eure Online-Debatte handhaben sollt. Meine Empfehlungen:
1. Ganz fetter Hinweis: Online-Kommentare haben nichts mit Meinung der Redaktion zu tun. taz distanziert sich.
2. Gratis-Brainstorming weiterlaufen lassen an der ganz langen Leine. Gegebenenfalls Zeit-Limit. Nach 48 Stunden ist die Debatte beendet.
3. Aufrufe zu Straftaten löschen. Völlig o.k. wenn Ihr erst nach Ablauf der 48 Stunden dazu kommt. Keine manpower verschwenden.
4. Kommentare lesen und Schlußfolgerungen daraus ziehen. Gedanken aufnehmen. Wenn man in der Print-Ausgabe etwas davon liest, macht es nichts.
5. Je interessanter, diskursiver Eure Seite, desto mehr Klicks - und desto mehr Werbeeinnahmen. Das würde mich über unerwünschte Meinungsäußerungen hinwegtrösten. Aber, o.k., ich bin unmoralisch.
Seid nicht dumm, laßt dieses ONLINE BRAINSTORMING laufen. Am Ende eines solchen Gedankensturmes, bei dem Argumente geäußert wurden, die vorher vielleicht nicht ausreichende Beachtung gefunden haben, stehen manchmal unerquickliche Schlußfolgerungen - mit denen man sich zumindest auseinandersetzen muß. Argumentative Herausforderungen. Das liegt in der Natur der Sache. Habt Ihr davor Angst?
Oktober 18th, 2009 at 23:33
aso says:
@ Marti
“…Das mit der relativ offenen Diskussion bei der taz ist wohl Vergangenheit: beim Thema Islam scheint man nicht zulassen zu wollen, das sich heraustellt, dass die Mehrheit auch der taz-Leser ziemlich islamkritisch ist.
Die veröffentlichte Meinung, die ganz überwiegend schönredet…”:
Leider trifft dies zu.
Kritische Kommentare zum Islam werden oft erst gar nicht freigeschaltet.
Manchmal ensteht der Eindruck, die taz-Redaktion sei schon infiltriert.
Nicht nur wegen der Pro-Islam-Kommentare, die oft gegen PiSSer hetzen, aber konkret wenig Substanz haben, sondern auch wegen etlicher unkritischer Artikel über Islam-Themen.
November 13th, 2009 at 21:07
prinz lilifee says:
Die taz bedeutet für mich eine Art Freiraum von gleichgeschalteter FocusSpiegelDumont-Dumpfheit und den allzu flachen Mainstream-Spießer-Diskursen.
Deswegen lese ich dieses Blatt und nutze taz.de.
Doch mittlerweile wird einem genau hier (in entsprechenden Leserforen) die volle Dröhnung richtig kranker Scheiß vor die Füße gekotzt - und somit mir & ähnlich Gesinnten einer ‘unserer’ letzten ‘Freiräume’ ‘genommen’.
Warum also die Kommentarfunktion bei Artikeln zu Islam/Migration etc nicht einfach von vornherein deaktivieren?!
Was auf diesen Seiten gepostet wird, ist in so großer Überzahl menschenverachtender & strohdummer Dreck - wofür bzw. für wen? Will sagen: Wem fehlt etwas, wenn’s diese Seiten, so wie sie z.Z. genutzt werden, nicht gäbe?
Ihr hättet damit sogar Ressourcen gespart, weil keine Durchsicht/Freischalten der Kommentare mehr nötig wäre.
Zu den anderen ‘StatusQuo’-Argumenten:
> “…auf taz.de ist noch eine recht ungefilterte Diskussion möglich, das schätzen viele Online-Leser.”
Diskussion? Wo? Überhaupt: über was soll man mit jemand diskutieren, der Menschen nach Herkunft/Religion in gut & böse unterteilt und der aus diesem Denken nicht rauskommt?
-> Diskussionen mit Nazis = sinnlos = älteste Antifa-Weisheit. Wird auf den gemeinten Kommentarseiten eindrucksvoll veranschaulicht!
> “So ist es halt im Netz, es gibt da Schrott genauso wie Edelmetall”
ja, so ist das www, gottseidank. aber ihr seid nicht das netz, eher ein teil davon. versucht euren part doch in edelmetall beizutragen - schrott für ausländerhasser gibt’s im netz dann immer noch zu genüge.
> “Ohnmacht gegenüber Massenmedi
en. Das Gefühl entlädt sich dann über die Kommentarfunktion. Wer dieses Ventil schließt, erhöht nur den Druck.”
Soweit ich das sehe, sind ‘die Massenmedien’ zentral für die Verbreitung von Vorurteilen gegen Moslems/Migranten und nicht gerade für ‘Islamkritik’-Unterdrückung. Wer sich als ‘Islamkritiker’ dort nicht vertreten fühlt, braucht kein ‘Ventil’, sondern ist ein Rassist/Menschenfeind, dem man -was auch immer- entgegensetzen sollte. oder ignorieren.
> “Wer es nicht sehen will, muss es ja nicht angucken.”
siehe 1. absatz: warum ich taz-lese
beste grüße
t. aus k.
November 24th, 2009 at 11:03
Marti says:
Spätestens seit der Mehrheit für die Minarett-Initiative in der Schweiz ist es vorbei mit dem freien Diskussion unter taz-Artikeln.
Bereits mehrere meiner Kommentare, im Ton nicht anders als in der Vergangenheit, wurden nicht freigeschaltet.
Wenn die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr mit dem übereinstimmt, was die Diskurseliten gerne hätten, wird eben einfach zensiert und manipuliert - traurig aber wahr!
Dezember 3rd, 2009 at 17:33
Wahrheitsliebender says:
Wenn eine Kommentar Möglichkeit gegeben wird, dann muss man mit den Kommentaren auch leben können, sich dann zu beschweren, dass die Kommentare nicht der eigenen Weltanschauung entsprechen ist meines erachtens albern.
Das Thema Islam polarisiert stark und wenn man jeden der gegen den Bau von Minaretten ist, als Nazi, Rassist etc. beschimpft, dann darf man sich nicht wundern, dass auch innerhalb des linken politischen Spektrums das Thema Islam und vor allem der Umgang damit zu Frustration führt.
Kann es aber sein, dass die taz Redaktion nicht das wahr haben möchte, was offensichtlich Fakt ist, dass die Mehrheit der Bevölkerung, auch der Linken, den Islam einfach ablehnt?
Januar 4th, 2010 at 23:30
aso says:
@ Marti:
“Wenn die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung nicht mehr mit dem übereinstimmt, was die Diskurseliten gerne hätten, wird eben einfach zensiert und manipuliert - traurig aber wahr!”
@ Wahrheitsliebender:
Wenn eine Kommentar Möglichkeit gegeben wird, dann muss man mit den Kommentaren auch leben können, sich dann zu beschweren, dass die Kommentare nicht der eigenen Weltanschauung entsprechen ist meines erachtens albern.
Dazu der neueste taz-Trend:
Man wird bereits aufgefordert, doch besser woanders zu kommentieren:
06.01.2010: Tod des Gouverneurs war ungeplant:
Auszug aus dem Leserbrief-Wechsel mit der taz-Redaktion:
07.01.2010 16:48 Uhr:
Von redaktion taz.de:
@aso
“…Mir persönlich wäre es lieber, wenn Sie woanders kommentieren würden, da ich ihre Postings nicht als sinnvolle Ergänzungen mit einem inhaltlichen Mehrwert ansehe, ich kann es Ihnen aber auch nicht verbieten. So verbleibe ich mit einem “auf bald”, denn Sie werden ja sicherlich weiterhin taz.de mit ihren seltsamen Kommentaren vollmüllen.”
Es geht also nicht nur um Beleidigungen, Verfassungsverstöße, o.ä.
sondern es wird bereits deutlich gesagt, daß eine kontroverse Meinung nicht gern gesehen wird.
Abgesehen davon, daß etliche meiner Kommentare (keine Beleidigungen, sondern stets sachlich formuliert) nicht freigeschaltet wurden:
Ein sehr merkwürdiges Verständnis einer Debattenkultur…
Januar 8th, 2010 at 10:20